Neubürger und Umsiedler

Säugetier-Neozoen in Brandenburg

Unter den im Land Brandenburg vorkommenden Säugetieren gibt es auch acht Neozoen:
  • Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus), 
  • Bisam (Ondatra zibethica),
  • Nutria (Myocastor coypus),
  • Marderhund (Nyctereutes procyonoides) (im Bild unten),
  • Waschbär (Procyon lotor) (im Bild rechts),
  • Mink (Mustela vison), Damhirsch (Cervus dama),
  • Mufflon (Ovis ammon musimon)
- alles Arten, die bei uns nicht als einheimisch gelten und zu verschiedenen Zeitpunkten und auf unterschiedliche Art und Weise "Neuzugänge" in der Fauna Brandenburgs geworden sind.

Für den Säugetierschutz sind insbesondere die Arten Mink, Waschbär, Marderhund und Nutria interessant, da sie ähnliche Lebensansprüche wie Elbe-Biber (Castor fiber albicus) und Fischotter (Lutra lutra) haben.

Da bisher keine verläßlichen Untersuchungen zur Bestandsentwicklung für die genannten Neozoen-Arten vorliegen, helfen derzeit nur Angaben von Bisamjägern und die Jagdstatistik.

Die gemeinsame Nutzung des Lebensraumes Gewässer und gleicher oder ähnlicher Nahrungsressourcen bringt die Möglichkeit der Übertragung von Krankheiten und Parasiten sowie Konkurrenz und damit auch einen Feinddruck bis hin zur Verdrängung der einheimischen Arten.

Von den Maßnahmen, die aus Naturschutzgründen den Bibern und Fischottern zugute kommen sollen, profitieren ebenso die Arten, die die selben Baue mit- bzw. nachnutzen, die selben Wechsel und Ausstiege benutzen.

Es bestehen derzeit noch erhebliche Wissensdefizite zum gegenseitigen Einfluß zwischen diesen Neubürgern und den einheimischen Arten Fischotter und Elbebiber sowie besonders zwischen Mink und Iltis.

Überlegungen zur Wiederansiedlung des einstmals auch in Brandenburg vorkommenden Nerzes (Mustela lutreola) wurden durch Untersuchungen zum Mink in Frage gestellt. Solche Wiederansiedlungen wird es nicht geben, da inzwischen bekannt ist, dass der Mink konkurrenzstärker als der Nerz ist und diesen erfolgreich verdrängt. Beim Nutria ist es jedoch durchaus vorstellbar, dass diese Art wieder aus der freien Wildbahn verdrängt wird. Als subtropische Art hat sich nach wie vor Probleme harte Winter zu überleben (nähere und ausführlichere Informationen zum Nutria im Nutria-Steckbrief von KINZELBACH, R. [2001].