Rückkehr von Wolf und Elch

Vertriebene kehren zurück nach Brandenburg

Bis vor etwa 300 Jahren lebte der Wolf (Canis lupus) flächendeckend in Europa (mit Ausnahme der Hochalpen). Mit der Ausbreitung des Menschen wurde der Wolf als ungeliebter Konkurrent um Raum, Nahrung und Sicherheit immer weiter in die weniger besiedelten Bereiche abgedrängt und durch energische Verfolgung regelrecht ausgemerzt. Im Westen und Süden Europas hielten sich kleinere Populationen (zwischen 150 und 1000 Tiere) in Portugal, Spanien und Italien. Für Osteuropa (Polen, Slowakei, Rumänien, Russland) lagen bis vor wenigen Jahren keine sicheren Bestandangaben vor. Hier waren aber wiederum die großen und vom Menschen nur dünn besiedelten Wälder und Mittelgebirge seine Rückzugsgebiete. Warum seit einigen Jahren immer wieder einzelne Wölfe aus diesen "sicheren" Bereichen in die inzwischen "wolfsfreien" Gebiete Mitteleuropas zurückkehren, ist zur Zeit noch nicht ausreichend geklärt. Leider ist die allmähliche Rückkehr des Wolfes nach Brandenburg insbesondere durch Abschüsse der Tiere bekannt geworden. Neue Hoffnung setzen die Säugetierkundler des LFA in die Ansiedlung eines Wolfrudels in der Oberlausitz. Erfahrungen aus Polen haben gezeigt, dass auch in Kulturlandschaften sich geegnete Lebensräume für Wölfe finden lassen und dabei nur selten Konflikte auftreten.

Um diesen Heimkehrern eine Chance zu bieten, wurde für das Land Brandenburg ein "Wolfsbetreuersystem" geschaffen - eine Liste von Ansprechpartnern, die Hinweise zu Sichtungen entgegennehmen, Ansprechpartner für Jägerschaft, Tierhalter, Bürger und nicht zuletzt auch für die Medien sein sollen. Denn nichts schadet der erfolgreichen Rückkehr dieser Art mehr als das Beharren auf alten, überholten und falschen Ansichten, das Verbreiten von Wissen welches mehr auf Märchen als auf Fakten beruht und nur Angst schürrt und Vorurteile nährt. Sachliche Information und offene Diskussion über das was auf uns zukommt, mit der Rückkehr eines der faszinierendsten Säugetiere unserer Heimat, ist dabei erforderlich. Mögliche Schadensfälle bei Schafhaltern sollten ohne Hysterie hinsichtlich der tatsächlichen Ursache sachlich untersucht, bewertet und wenn notwendig materiell ersetzt werden.

Als ein weitere Heimkehrer, aber weit weniger durch die Öffentlichkeit beachtet, gilt der Elch (Alces alces), welcher seit Ende der 50er Jahre des vorherigen Jahrhunderts immer wieder als Einzeltier (zumeist 2-3 jährige Bullen) aus Osten und Südosten einwandert.

Immer wieder einmal wird von plötzlichen Begegnungen eines überraschten Autofahrers mit einem Elch auf oder neben einer Straße, welche große Waldbereiche durchschneidet, berichtet. Elche bevorzugen weiträumige feuchte Mischwälder mit natürlichen Krautschichten im Unterwuchs. Hier finden sie ihre bevorzugte Nahrung: frisches Laub, Pilze, Zweige von Laubbäumen (Weide, Eberesche, Espe) im Sommer und Nadeln der Kiefer und Zweige des Wacholders im Winter.

Im Kommentar zur "Roten Liste" Brandenburgs von 1992 werden Wolf und Elch (beide als Kategorie 0 - "ausgerottet" eingestuft) noch als "Gäste" bezeichnet, "die für Brandenburg in gewisser Hinsicht auch heute noch Bedeutung haben".

Wirksamer Schutz für diese Arten ist, wie bei allen anderen Säugetieren auch, an erster Stelle Biotopschutz. Das bedeutet, dass vorallem der gegenwärtig wieder verstärkt einsetzenden Zersiedlung und Zerschneidung der Landschaft entgegen gewirkt werden muss. Damit unsere Gäste bald wieder hier zu Hause sein können.

Aktuelles zum Wolf:

netzeitung.de v. 23.08.2007 "Einheimischer Wolf in Brandenburg erschossen"
BZ v. 25.03.2009 "Wolf erobert Brandenburg"
Berliner Zeitung v. 31.03.2009 "Der wandernde Wolf"

Grundlagen für den Wolf in Brandenburg

Managementplan für den Wolf in Brandenburg