Ringträger -

Markierung bei Fledermäusen

Die Anfänge der Fledermaus-"Beringung" gehen in Brandenburg bekanntlich auf den Begründer dieser Methode, M. Eisentraut, zurück. Seit 1932 gehen Säugetierkundler auf diese Art und Weise den Fragen zur Biologie der Fledermäuse und deren Wanderungen nach. Eigentlich sind es keine richtigen Ringe sondern leichte Klammern (zumeist aus Aluminium), diese werden am Unterarm gleich neben dem Hanggelenk befestigt. Ähnlich wie bei den Vogelringen tragen diese eine individuelle Prägung - eine Kombination aus Buchstaben und Zahlen und ein Hinweis auf die Beringungszentrale.

In Deutschland teilen sich (historisch bedingt) heute zwei Zentralen die Arbeit. Für die alten Bundesländer ist das Zoologische Forschungsinstitut und Museum Alexander König in Bonn (auf der Klammer steht dann: "MUS. BONN") zuständig und für die neuen Bundesländer die Fledermauszentrale beim Sächsischen Landesamt für Umwelt und Geologie in Dresden ("FMZ DRESDEN").

Die Markierung (Beringung) von Fledermäusen erfolgt in Brandenburg durch derzeit 15 Fledermausberinger. Diese haben seit vielen Jahren, meist seit Jahrzehnten, Erfahrungen im Umgang mit Fledermäusen erworben und über eine bestandene Beringungsprüfung die Erlaubnis zur Beringung erworben. Sie arbeiten auf der Grundlage von speziellen Beringungsprogrammen. von 1990 bis 1999 wurden von (damals noch) 7 Beringern insgesamt 40.529 Fledermäuse in Brandenburg beringt. Darunter befanden sich alle vorkommenden Arten.

Mit der Markierung und dem Wiederfinden einer beringten Fledermaus lassen sich zum einen Rückschlüsse insbesondere auf die Wanderungen des Tiere ziehen. Diese Methode dient weiterhin der Ermittlung von Lebensraumgrößen, lässt Angaben zur Populationsstruktur und zur Mortalität sowie Rückschlüsse auf die Quartierstreue zu. Über mehrere Jahre wiederholt wiedergefangen und abgelesen lässt sich sehr bald ein regelmäßiger Zugweg verfolgen und so "nebenbei" sogar das Alter des Tieres bestimmen - das höchste Alter einer Fledermaus, welches auf diese Weise ermittelt wurde liegt derzeit bei immerhin 33 Jahren!

Die einzelnen Arten ziehen innerhalb eines Jahres unterschiedlich weit - ähnlich den Zugvögeln gibt es auch hier verschiedene Zugaktivitäten. In den meisten Fällen überqueren die Tiere auf ihren Wanderwegen die Grenzen von einem oder mehreren Staaten. Das Große Mausohr (Myotis myotis) fliegt immerhin über 100 km und der Große Abendsegler sogar mehr als 1000 km weit. Spätestens hier wird klar, dass der Schutz der Fledermäuse im Land Brandenburg nicht allein Sache der Brandenburger sein kann.

Sollten Sie eine derart markierte Fledermaus finden (verletzt oder tot), melden Sie dies bitte umgehend an die unten stehende Adresse. Dabei ist es äußerst wichtig, dass Fledermäuse in Winterquartieren oder Wochenstuben nicht gestört werden.

Wir danken Ihnen für Ihre Mitarbeit !

Bitte Funde an folgende Adresse melden:

wenn die Ringe folgende Kennung haben:
Ringe bis 1993 ausgegeben: ILN Dresden, Buchstabe X oder Z oder O und fünfstellige Zahl.
Ringe ab 1993 ausgegeben: SMU Dresden, Buchstabe A oder B oder C und fünfstellige Zahl
Ringe ab 1999 ausgegeben: FMZ Dresden, Buchstabe A oder B oder C und fünfstellige Zahl

Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie
Abt. Natur- und Landschaftsschutz
Zur Wetterwarte 11
01109 Dresden
Telefon 0351 / 89280
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wenn die Ringe folgende Kennung haben:
"Mus. Bonn" oder "Museum Bonn", Buchstabe M oder H oder E oder X und fünf- oder sechsstellige Zahl

Museum Alexander Koenig
Adenauerallee 160
53113 Bonn
Telefon 0228 / 91220
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sonstige Meldungen oder bei Rückfragen:

Landesfachausschuss Säugetierkunde
Dr. D. Dolch
Landesumweltamt Brandenburg
Naturschutzstation Zippelsförde
D-16827 Zippelsförde
Tel.:/Fax.: 033933/70816